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Zur Alarmierung im Notfall muss heute jemand den Hörer in die Hand nehmen. Gehörlosen Menschen wird dadurch aber der Zugang erschwert. Das muss sich ändern, findet das Parlament.

In einem Notfall zählt jede Minute. Besonders wichtig ist es, bei den Blaulichtorganisationen so schnell und einfach wie möglich Hilfe anfordern zu können. Die Alarmierung im Notfall funktioniert in der Schweiz heute ausschliesslich über die offiziellen Notrufnummern 112, 117, 118 oder 144 – und einzig telefonisch. Grund dafür ist die heutige Gesetzeslage. Diese lässt die Entwicklung einer flächendeckenden, barrierefreien und digitalen Lösung nicht zu.

Das solle sich ändern, forderte im März eine parteiübergreifende Allianz. Gleich sechs Vorstösse wurden eingereicht. Wie bereits im Nationalrat war am Donnerstag das Anliegen auch im Ständerat unbestritten. Die kleine Kammer hiess alle Motionen gut.

Bundesrat will rasch umsetzen

Nun kann der Bundesrat gesetzliche Grundlage schaffen, um die Weiterentwicklung und Digitalisierung der Schweizer Notrufe zu überprüfen. Es müsse ein barrierefreies Angebot ermöglicht werden – etwa für schwerhörige und gehörlose Menschen, argumentieren die Motionäre. Auch der Bundesrat ist einverstanden mit dem Auftrag. «Wir werden alles tun, um den Auftrag so schnell wie möglich umzusetzen», sagte Bundesrätin Simonetta Sommaruga.

Heute ist es schwerhörigen und gehörlosen Menschen nicht möglich, überall in der Schweiz direkt mit einer Notrufzentrale Kontakt aufzunehmen. Sie müssen über einen Vermittlungsdienst eine Notrufzentrale alarmieren. Die Motionäre bringen verschiedene technische Möglichkeiten ins Spiel: Videoanrufe, Chatfunktionen oder eine Kombination von Video, Audio und Text. Die bestehende Notrufplattform müsse geöffnet und auf neue Technologien erweitert werden. (rwa)

Quelle: www.tagblatt.ch